Was wurde bisher erreicht?
Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Altmark Mitte hat zur Halbzeit der laufenden LEADER-Förderperiode eine Zwischenevaluierung durchgeführt. Ziel war es, zu prüfen, wie weit die Umsetzung der Lokalen Entwicklungsstrategie bereits vorangeschritten ist, welche Wirkungen die geförderten Projekte entfalten und ob die festgelegten Ziele weiterhin zu den aktuellen Herausforderungen und Bedarfen der Region passen. Grundlage der Auswertung waren Projektdaten, Monitoringberichte, Tätigkeitsberichte des LAG-Managements sowie Befragungen von Mitgliedern der LAG-Gremien und Projektträgern. An der Befragung beteiligten sich insgesamt 15 Gremienmitglieder und 19 Projektträger.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Evaluierung war ein Bilanzworkshop am 13. April 2026. Gemeinsam mit den LAG-Mitgliedern wurde die aktuelle Situation der Region analysiert und die bestehende SWOT-Analyse überarbeitet, in der die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der regionalen Entwicklung betrachtet werden. Im Zuge der Aktualisierung wurden einzelne Aspekte neu eingeordnet, ergänzt oder gestrichen, um aktuelle Entwicklungen in der Region besser abzubilden. So wurden beispielsweise die verbesserten Arbeitsmarktbedingungen, das gestiegene Heimatbewusstsein sowie die Möglichkeiten des digitalen Arbeitens durch den Glasfaserausbau als neue Stärken der Region bewertet. Gleichzeitig wurden neue Herausforderungen aufgenommen, etwa die schlechtere Erreichbarkeit von Schulen infolge des demografischen Wandels. Andere Punkte wurden präzisiert oder aufgrund veränderter Rahmenbedingungen angepasst. Insgesamt bestätigte die Überarbeitung jedoch viele der bereits bekannten Stärken der Altmark Mitte. Dazu gehören unter anderem die wertvolle Natur- und Kulturlandschaft, die historische Bausubstanz, das aktive Vereinsleben und das hohe ehrenamtliche Engagement. Gleichzeitig wurden bestehende Herausforderungen wie der demografische Wandel, der Fachkräftemangel, die Sicherung der Daseinsvorsorge, die medizinische Versorgung sowie die Mobilität im ländlichen Raum weiterhin als wichtige Zukunftsthemen benannt.
Die Ergebnisse der Zwischenevaluierung zeigen, dass die Umsetzung der Lokalen Entwicklungsstrategie insgesamt positiv verläuft. Bis zum 31. Dezember 2025 wurden fondsübergreifend bereits 78 Projekte durch die LAG bestätigt; davon konnten 23 Vorhaben bewilligt werden. Die bewilligten Projekte umfassen ein Investitionsvolumen von rund 3 Millionen Euro und werden mit mehr als 2 Millionen Euro aus europäischen Fördermitteln unterstützt.
Besonders erfolgreich entwickelt sich bislang das Handlungsfeld „Lebendige Orte“. Hier wurden zahlreiche Projekte zur Aufwertung von Ortsbildern, zum Erhalt historischer Gebäude, zur Verbesserung von Barrierefreiheit und Mobilität sowie zur Stärkung des gesellschaftlichen Lebens umgesetzt. Mehrere der in der Entwicklungsstrategie festgelegten Zielwerte konnten in diesem Bereich bereits erreicht oder sogar übertroffen werden.
Auch die Befragungen der Mitglieder und Projektträger zeichnen ein überwiegend positives Bild. Die Zusammenarbeit innerhalb der LAG wird als transparent und konstruktiv wahrgenommen. Besonders positiv bewertet wurden die Unterstützung bei der Projektentwicklung sowie die intensive Begleitung der Antragstellenden. Gleichzeitig machen die Rückmeldungen deutlich, dass die komplexen Förderverfahren und der damit verbundene bürokratische Aufwand weiterhin eine Herausforderung darstellen.
Darüber hinaus wurde die Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Neben der Website setzt die LAG inzwischen auf Newsletter, Podcasts und Social-Media-Angebote, um über Fördermöglichkeiten, Projekte und Entwicklungen in der Region zu informieren. Die Evaluierung zeigt zugleich, dass die Bekanntheit von LEADER weiter gestärkt und zusätzliche Zielgruppen erreicht werden sollen.
Aus den Ergebnissen der Zwischenevaluierung wurden gemeinsam mit den Mitgliedern der LAG Altmark Mitte konkrete Ansätze für die weitere Entwicklung der Region und des LEADER-Prozesses abgeleitet. Im Rahmen des Bilanzworkshops sprachen sich die Beteiligten insbesondere für den weiteren Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit und der digitalen Kommunikation aus. Darüber hinaus sollen digitale und hybride Beteiligungsformate die Zusammenarbeit innerhalb der LAG erleichtern. Weitere Empfehlungen betreffen die Vereinfachung von Verwaltungs- und Förderverfahren sowie den Abbau bürokratischer Hürden, insbesondere auf Landesebene. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Themen Daseinsvorsorge, Kultur, Freizeit, Nachhaltigkeit, Mobilität sowie Angebote für junge Menschen und Familien auch künftig wichtige Schwerpunkte der Regionalentwicklung bleiben sollen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weitere Umsetzung und Fortschreibung der Lokalen Entwicklungsstrategie ein.
Insgesamt kommt die Zwischenevaluierung zu dem Ergebnis, dass die LAG Altmark Mitte über stabile Organisationsstrukturen verfügt und bereits wichtige Fortschritte bei der Umsetzung ihrer Entwicklungsstrategie erzielt hat. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, in welchen Bereichen künftig weitere Entwicklungspotenziale liegen. Dazu gehören insbesondere die Themen Wirtschaft und Unternehmertum, Innovation, neue Wohnformen, Nachhaltigkeit, Mobilität sowie die Stärkung von Angeboten für junge Menschen und Familien. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden damit eine wichtige Grundlage für die weitere Ausrichtung der LEADER-Arbeit in der LAG Altmark Mitte und die Entwicklung der Region in den kommenden Jahren.
Die Zusammenfassung der Zwischenevaluierung finden Sie hier als PDF zum Download.